Wer kennt das nicht: Sie wachen morgens auf, freuen sich auf die erblühenden Pflanzen im Garten, und plötzlich zeigen sich wieder eindrucksvolle Schäden von Maulwurfsgrillen. Trotz intensiver Bemühungen scheinen diese unermüdlichen Gartenfeinde stets zurückzukehren und Ihre Arbeit zu sabotieren. Doch warum kehren die Maulwurfsgrillen immer wieder zurück und was können Sie endlich gegen ihr ungebetene Wiederauftreten tun?
Maulwurfsgrillen erkennen – der unsichtbare Störenfried unter der Erde
Die Maulwurfsgrille, auch Werre genannt, ist ein faszinierendes Insekt aus der Familie der Heuschrecken, das sich mit seinen kräftigen Grabbeinen wie ein Mini-Maulwurf durch den Boden gräbt. Größe und Erscheinung ähneln einer großen Grille, doch der Lebensraum ist überwiegend unterirdisch.
Diese grabende Aktivität ist oft Ursache für typische Schäden in Ihren Beeten:
- Erdlöcher und Tunnelsysteme: Kleine Öffnungen von 2–3 cm, die als Ein- und Ausgänge dienen, können Ihren Rasen uneben machen.
- Verwelkende Pflanzen: Durch Abfressen der Wurzeln sterben junge Gemüsepflanzen ab.
- Kahle Stellen auf der Rasenfläche: Die Gänge schwächen die Bodenstruktur und führen zu unattraktiven Stellen.
Zusätzlich strahlen die Maulwurfsgrillen während der Paarungszeit im Mai und Juni ein tiefes, bis zu 100 Meter hörbares Brummen aus – ein einzigartiges Warnsignal und Lockmittel zugleich.
Das Geheimnis ihres immer wiederkehrenden Auftretens
Doch warum kommen Maulwurfsgrillen trotz aller Bekämpfungsmaßnahmen immer wieder zurück? Die Antwort liegt in mehreren Faktoren, die Ihren Garten zu einem idealen Lebensraum machen:
- Lebenszyklus und Fortpflanzung: Maulwurfsgrillen können bis zu drei Jahre alt werden und legen bis zu 600 Eier in mehreren Nestern, die sie unter der Erde sorgfältig bewachen.
- Verstecke und Bodentunnel: Die ausgeklügelten Gangsysteme bieten Schutz und erschweren die Bekämpfung.
- Optimale Umweltbedingungen: Lockere und feuchte Böden, wie in Gemüsebeeten und Komposthaufen, sind ideale Nistplätze.
- Reiches Nahrungsangebot: Neben Wurzeln und Knollen fressen sie auch Schädlinge wie Engerlinge, was ihre Anwesenheit längerfristig unterstützt.
Diese Kombination macht sie so widerstandsfähig und lässt sie trotz einmaliger Maßnahmen immer wieder pestartige Populationen bilden.
So können Sie präventiv handeln und den Lebensraum unattraktiv gestalten
- Regelmäßige Bodenpflege: Ein fester Boden erschwert den Bau von Gängen und reduziert Versteckmöglichkeiten.
- Gezielte Bepflanzung: Pflanzen mit natürlichen Abwehrstoffen können Maulwurfsgrillen fernhalten.
- Anlocken natürlicher Feinde: Spatzen, Spitzmäuse und parasitäre Grabwespen sind effektive Helfer gegen die Werre.
- Frühzeitige Kontrolle: Entdecken Sie Tunnelsysteme und Schädlingsgeräusche bereits im April, können Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.
Eine erstaunliche, noch wenig bekannte Lösung: Nematoden als natürliche Besieger
Eine in der Praxis überzeugende und umweltfreundliche Bekämpfungsmethode ist der Einsatz von sogenannten Steinernema carpocapsae Nematoden. Diese mikroskopisch kleinen Fadenwürmer sind natürliche Feinde der Maulwurfsgrille.
Sie dringen über die Atemwege in die Maulwurfsgrillen ein und setzen darin bakterielle Toxine frei, die den Schädling innerhalb von zehn Tagen abtöten – und das ohne jegliche Gefahr für Menschen, Haustiere oder Pflanzen.
In Laboren werden diese Nützlinge gezüchtet und können bequem per Post geliefert werden. Die Anwendung erfolgt unkompliziert durch Auflösen der Nematoden in Wasser und anschließendes Gießen der betroffenen Bodenflächen. Wichtig ist dabei:
- Einsatz vor der Eiablage: Idealerweise im Zeitraum von April bis Juni, wenn die Bodentemperatur mind. 12 °C beträgt.
- Wiederholte Applikationen: Da Maulwurfsgrillen eine lange Entwicklungszeit haben, sollten die Maßnahmen aufeinanderfolgend über zwei Jahre durchgeführt werden.
- Vorauswaschung der Böden: Um die Nematoden aktiv zu halten, sollte der Boden vorab ausreichend befeuchtet werden.
Diese Methode ermöglicht es Ihnen, Ihre Gartenparzelle natürlich, schonend und nachhaltig von der Maulwurfsgrille zu befreien.
Altbewährte Hausmittel als Begleiter der Nematodenbehandlung
Die Maulwurfsgrille mit Hausmitteln wie Kaffeesatz zu vertreiben, ist keine neue Idee, erfreut sich aber auch 2026 noch großer Beliebtheit bei Hobbygärtnern. Der Geruch und die leichte Toxizität des Kaffeesatzes wirken abschreckend und sorgen dafür, dass die Schädlinge gemiedene Bereiche nicht betreten.
Physische Barrieren, wie in den Boden eingelassene Netze, können ebenfalls verhindern, dass Maulwurfsgrillen in bestimmte Gartenabschnitte gelangen.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, einen Mischgarten anzulegen und auf eine vielfältige Bepflanzung zu setzen. Denn ein abwechslungsreicher Garten ist weniger anfällig gegenüber Schädlingsbefall und stärkt die natürliche Bodenstruktur.
Was Sie unbedingt beachten sollten
Mise en garde : Übermäßige Bewässerung kann den Boden zu locker machen und das Eindringen der Maulwurfsgrille begünstigen. Vermeiden Sie auch die Anwendung von chemischen Insektiziden, da deren Umweltbelastung hoch ist und sie oft mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Wichtigste Tipps zur nachhaltigen Schädlingsbekämpfung im Überblick
- Erkennen Sie die Anzeichen frühzeitig und handeln Sie sofort.
- Fördern Sie natürliche Feinde durch Gartengestaltung.
- Nutzen Sie biologische Mittel wie Nematoden für gezielte Bekämpfung.
- Vermeiden Sie chemische Mittel und setzen Sie auf ökologische Methoden.
- Pflegen Sie den Garten regelmäßig, um den Lebensraum unattraktiv zu machen.
Mit diesen Strategien schützen Sie langfristig Ihr grünes Paradies und bewahren die Balance im Gartenboden – eine Win-win-Situation für Natur und Genuss.




