Ein Förster verrät, wann du legal Brennholz im Wald sammeln darfst

ein förster erklärt, wann und wie du legal brennholz im wald sammeln darfst – wichtige tipps und rechtliche hinweise für naturfreunde und holzsammler.

Die Sehnsucht nach einem warmen Kaminfeuer steigt, während die Energiepreise weiter steigen. Doch hilft es wirklich, einfach Holz aus dem Wald mitzunehmen? Ein Förster erklärt, wann das Sammeln von Brennholz im Wald legal ist und was Sie wissen müssen, um sich nicht strafbar zu machen.

Wann ist das Sammeln von Brennholz im Wald erlaubt?

Viele träumen davon, den heimischen Ofen mit selbst gesammeltem Holz zu befeuern, um Kosten zu sparen. Die Realität ist aber viel komplexer: Denn jedem Wald gehört jemand. Eigentum und Schutzregeln stehen an erster Stelle. Nur in Staatswäldern darf unter bestimmten Bedingungen gesammelt werden – in Privat- und Körperschaftswäldern dagegen ist das Mitnehmen von Holz ohne Genehmigung streng verboten.

Ein Förster erklärt: Im Staatswald ist ausschließlich das sogenannte Leseholz erlaubt. Das umfasst Holz, das von selbst auf den Waldboden gefallen ist, dürr oder angefault ist und von der Holzernte des Waldeigentümers nicht mehr verwendet wird. Dazu zählen auch Rinde und Zapfen am Boden. Dieses Holz darf kostenlos gesammelt werden – ist aber nicht von bester Qualität zum Heizen, da es oft einen hohen Feuchtigkeitsgehalt hat.

Regeln, die Sie beim Sammeln von Leseholz unbedingt einhalten müssen

  • Holz darf nur am Boden liegen, stehendes Holz darf nicht gefällt oder beschädigt werden.
  • Der Durchmesser der Holzstücke am dicksten Ende darf nicht größer als 10 Zentimeter sein.
  • Zum Zerkleinern darf ausschließlich eine Handsäge mit einer Blattlänge bis 60 Zentimeter verwendet werden, Motorsägen sind verboten.
  • Nur so viel Holz mitnehmen, wie man selbst tragen kann – auch kleine Handkarren sind erlaubt.
  • Das Besteigen von Bäumen zum Holzholen ist nicht gestattet.

Diese strengen Vorgaben schützen den Wald und die Natur, helfen bei der nachhaltigen Holzernte und bewahren das ökologische Gleichgewicht.

Der Unterschied zwischen Leseholz und Restholz: Das sollten Sie wissen

Was für Laien oft wie trockenes Leseholz aussieht, ist manchmal Restholz, das bei der Baumverarbeitung anfällt und noch gebraucht wird – etwa für Hackschnitzel. Dieses Holz ist nicht kostenlos und darf nur gegen ein Holzbezugsrecht beim Forstamt gesammelt werden.

Wer regelmäßig Brennholz im größeren Umfang benötigt, kann beim Forstamt einen sogenannten Holzsammelschein beantragen. Damit darf man stehendes, liegendes oder Kronenholz in einer bestimmten Menge für den Eigenbedarf gewinnen. Zur Sicherheit sind dabei meist eine Haftpflichtversicherung, eine zertifizierte Schutzkleidung und ein Motorsägenkurs Pflicht.

So erhalten Sie den Holzsammelschein und was er bedeutet

  • Die Erlaubnis wird von der Gemeinde oder dem Forstamt ausgestellt und ist oft zwischen ein und zwölf Monaten gültig.
  • Die Menge Holz, die gesammelt werden darf, ist genau festgelegt.
  • Bestimmte Schutzzeiten, zum Beispiel im März bis Mai wegen Wildnachwuchs, sind einzuhalten.
  • Das Holz darf nur tagsüber und in dem auf dem Schein angegebenen Waldabschnitt gesammelt werden.
  • Nicht in anderen Gemeinden oder auf Privatwaldflächen sammeln – das verstößt gegen das Gesetz.

Die Nachfrage nach solchen Sammelscheinen ist wegen der steigenden Brennholzpreise enorm gestiegen. Manche Gemeinden haben die Ausgabe sogar vorübergehend gestoppt, weil Förster die Kontrollen nicht mehr bewältigen können.

Warum Holz sammeln ohne Genehmigung Gefahren birgt

Der Förster Heinz Utschig warnt eindringlich vor illegalem Holzdiebstahl: „Ein Wald hat tausend Augen“ lautet sein Sprichwort. Förster, Jäger und Waldarbeiter beobachten aufmerksam, was im Wald passiert. Verstöße können hohe Bußgelder nach sich ziehen – das Risiko lohnt sich also nicht.

Holz am Waldboden zu lassen, dient zudem der Umweltschutz. Es fördert die Artenvielfalt, indem es Lebensraum für zahlreiche Pilze und Insekten bietet. Etwa 1.000 bis 1.500 Arten sind auf Totholz angewiesen. Das unbedachte Entfernen schadet dem Naturschutz erheblich.

Bon à savoir :

Beim Holzsammeln unbedingt die lokalen Vorschriften beachten und Rücksicht auf die Natur nehmen, um das wertvolle Waldökosystem zu schützen.

Praktische Tipps für umweltbewusstes Brennholzsammeln

Mit den passenden Informationen und der nötigen Erlaubnis können Sie Ihren Holzbedarf nachhaltig decken:

  • Informieren Sie sich beim zuständigen Forstamt über lokale Regeln und benötigte Genehmigungen.
  • Sichern Sie sich einen Holzsammelschein, wenn Sie größere Mengen Brennholz benötigen.
  • Nutzen Sie nur zugelassene Werkzeuge und vermeiden Sie Schäden am Wald.
  • Lassen Sie Holz liegen, das wichtige ökologische Funktionen erfüllt.
  • Trocknen Sie gesammeltes Holz mindestens zwei Jahre, um den Heizwert zu optimieren und Feinstaub zu reduzieren.

So wird Ihr Waldspaziergang zu einer nachhaltigen und wohltuenden Erfahrung, bei der Sie nicht nur Energie sparen, sondern auch die Natur respektieren.

Weitere wertvolle Hinweise zum legalen Brennholz sammeln finden Sie in den Praxisanleitungen zum Holzsammeln im Wald.

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