Sie drehen das Thermostat auf 5, doch Ihr Zimmer bleibt eisig oder Ihr Stromverbrauch schießt in die Höhe? Dieses Problem trifft viele – und kostet Sie nicht nur Nerven, sondern auch bares Geld. Entdecken Sie nun, warum Ihre Heizkörper scheinbar ineffizient sind und wie Sie das Blatt mit simplen Tricks wenden können.
Heizkörper und Stromverbrauch: Was steckt dahinter?
Viele Haushalte kennen das leidige Problem: Die Heizkörper brauchen ewig, um warm zu werden, und verbrauchen dabei eine Menge Strom. Häufig liegt das an einer falschen Einstellung des Thermostatsventils, das auf Stufe 5 gedreht wird, in der Hoffnung, die Räume schneller zu erwärmen. Doch genau das bewirkt das Gegenteil. Mit Temperaturen um die 28 Grad fühlen Sie sich zwar schnell warm, jedoch ist das extrem ineffizient und treibt Ihre Heizkosten in die Höhe.
Das Thermostat regelt, wie viel heißes Wasser in den Heizkörper fließt, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Ein zu starkes Aufdrehen lässt mehr Wasser zirkulieren, was jedoch die Wärmeverluste und den Stromverbrauch der Umwälzpumpe steigen lässt.
Wärmeverlust durch schlecht gedämmte Heizungsrohre
Ein weiterer Unsichtbarer Stromfresser sind nicht optimal gedämmte Heizungsrohre. Besonders in unbeheizten Kellern oder Hauswirtschaftsräumen geht wertvolle Wärme verloren, wenn Rohre nicht isoliert sind. Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist die Dämmung Pflicht, doch viele Haushalte vernachlässigen das.
- Rohrdämmung reduziert Wärmeverluste – pro Meter Rohr sparen Sie teilweise mehrere Euro im Jahr.
- Selbst an nicht gedämmten Stellen steigt der Verbrauch unnötig, weil die Heizungsanlage mehr Energie aufbringen muss.
- Die Dämmung können Sie einfach selbst vornehmen: Rohrisolierungen und Dämmschalen gibt es günstig im Baumarkt.
Wer im Winter Wäsche im Keller trocknet, sollte gerade dann auf eine gute Dämmung achten, denn die trockene Luft hilft zwar beim Trocknen, verschwendet aber kaum Wärme einzusparen.
Hydraulischer Abgleich: Die unsichtbare Effizienz-Revolution
Warum sind manche Heizkörper warm, andere fast kalt? Oft ist die Wassermenge in den Heizkörpern unausgeglichen. Das liegt an einem nicht vorgenommenen hydraulischen Abgleichs. Das Resultat: Zu viel Wasser fließt durch einzelne Heizkörper, während andere unterversorgt bleiben.
Dieser Zustand erhöht nicht nur Ihre Stromkosten durch eine ineffiziente Umwälzpumpe, sondern sorgt auch für ungleichmäßige Wärme im Haus.
- Hydraulischer Abgleich balanciert die Wassermenge in den Heizkörpern optimal aus.
- Er sorgt für gleichmäßige Wärme in allen Räumen und spart etwa 5 % der Heizkosten.
- Ein erfahrener Fachbetrieb sollte diesen Abgleich vornehmen.
Besonders wichtig ist der hydraulische Abgleich bei modernen Wärmepumpen und Brennwertkesseln, um die Energieeffizienz nachhaltig zu steigern und den Stromverbrauch signifikant zu senken.
Moderne Heizungsregelung: Intelligenz für weniger Heizkosten
Die Einstellung der Heizungsanlage spielt eine Schlüsselrolle, wenn es um Energiesparen geht. Eine witterungsgeführte Steuerung, die die Vorlauftemperatur abhängig von der Außentemperatur regelt, vermeidet unnötigen Energieverbrauch.
Je kälter es draußen ist, desto höher wird die Vorlauftemperatur eingestellt. Doch hier liegt auch die Krux: Wird die sogenannte Heizkurve zu steil gehalten, heizt die Anlage übermässig, was unnötige Wärmeverluste und steigende Kosten bedeutet.
- Heizkurve regelmäßig anpassen, vor allem nach Renovierungen wie Dämmung oder Fenstertausch.
- Eine flache Heizkurve sorgt für angenehme Wärme, ohne Energie zu verschwenden.
- Moderne Systeme reagieren dank Wetterprognosen und smarten Steuerungen sogar vorausschauend.
- Die Regelung per Smartphone erlaubt flexible Steuerung, auch von unterwegs.
Warum ist der Austausch der Heizungspumpe so wichtig?
Die Heizungspumpe ist ein oft unterschätzter Stromverbraucher im Haushalt. Ältere Modelle verbrauchen bis zu 100 Watt und können somit 10 % des gesamten Strombedarfs ausmachen. Moderne Hocheffizienzpumpen senken den Verbrauch um bis zu 90 % und sparen rund 120 Euro jährlich.
Ein Austausch ist daher nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern rechnet sich auch finanziell schnell.
Warmwasser und Heizbetrieb sinnvoll steuern
Die zentrale Erwärmung von Warmwasser ist oft ein Energiebooster, wenn die Betriebszeiten nicht optimiert sind. Durch eine Vorrangschaltung lässt sich der Warmwasserbetrieb auf das notwendige Minimum beschränken.
- Speichertemperatur von 60 °C ist üblicherweise ausreichend
- Zirkulationspumpen im Bad und der Küche laufen oft unnötig rund um die Uhr
- Eine Zeitsteuerung hilft, den Betrieb nachts auszuschalten und Energie zu sparen
5 einfache Tipps, wie Sie Ihre Heizkörper effizienter machen
- Thermostat nicht auf Maximum: Stellen Sie Ihr Thermostat so ein, dass der Raum auch mit Stufe 3 bis 4 angenehm warm wird – das spart viel Strom.
- Rohrleitungen dämmen: Selbst wenige Meter Dämmmaterial reduzieren Wärmeverluste deutlich.
- Hydraulischen Abgleich durchführen: Gleichmäßige Wärme und geringerer Stromverbrauch sind garantiert.
- Heizkurve prüfen und anpassen: Optimale Einstellungen vermeiden Überheizen und reduzieren Heizkosten.
- Pumpe modernisieren: Der Umstieg auf Hocheffizienzpumpen kann den Stromverbrauch der Heizungspumpe drastisch senken.
Bon à savoir : Drehen Sie Ihr Thermostat nicht auf die höchste Stufe, um Heizkosten zu sparen. Eine zu hohe Temperatur funktioniert nicht schneller und steigert nur den Stromverbrauch und Wärmeverlust. Regelmäßige Wartung der Heizungsanlage und Einstellung der Heizkurve sind entscheidend für ein gemütliches Zuhause und niedrige Heizkosten.




